Substratum

Dies ist mein bisher umfangreichstes Projekt. Es beinhaltet verschiedene Arbeitsschritte und hat mich mental und zum Teil auch physisch für 3 Wochen in Anspruch genommen. Was ich aber alles dabei gelernt und realisiert habe ist grossartig. Vieles ist schwer zu beschreiben, da es meine gesamte Vorstellung von einem gestalterischen Prozess - “wie funktioniert ein gestalterischer Prozess?“, „wieso braucht es einen solchen? - beeinflusst hat. Ich werde jedoch versuchen mich so gut wie möglich zu erklären. Auch das Endresultat ist erfreulich. Eingebettet in einer grossartigen Website sieht meine Arbeit natürlich noch einen Schritt professioneller aus.

Zum Thema: Die Aufgabe war ein Teil des internen Projekts „Substratum“. Dies ist eine Serie von Interviews mit Persönlichkeiten aus den Bereichen der generativen Gestaltung und des Interaktionsdesigns. Es wurden 14 Personen/ Duos 10 Fragen zu ihren Motivationen/Einflüssen/ Interessen/ Tätitgkeiten etc. gestellt, wobei jeweils zwei Personen zu einem übergeordneten Issue zusammengefasst wurden. Meine aufgabe war es nun für jedes dieser 7 entstandenen Issues ein passendes Icon, zu sowie eine Illustration die als Coverseite dienen sollte zu gestalten. Die Issues/ Themen die sich während der Analyse der Interviews herauskristallisiert haben sind folgende:

  • Space
  • Visual Systems
  • Truth and Beauty
  • Superhumans
  • Algorithms
  • Facts and Figures
  • Collective Responsibility

Ich werde nicht den gesamten gestalterischen Prozess beschreiben, den ich durchlaufen habe. Vielmehr versuche ich das, was ich gelernt habe zu beschreiben. Um aber dennoch einen groben Überblick zu darüber bieten, liste ich die wichtigsten Schritte auf:

  • Icongestaltung
  • Recherche
  • Konzept
  • Entwürfe der Icons
  • Fokus auf einen Approach
  • Variationen der Issues
  • Definitive Icons
  • Illustration
  • Recherche
  • Entwürfe von verschiedenen Approches
  • Fokus auf einen Approach
  • Ausarbeitung der Issues
  • Variationen mit Farbe
  • Farbraum finden
  • Definitive Illustrationen

Dies ist wahrscheinlich die gröbste Übersicht, die ich bieten kann um dennoch die wichtigstn Schritte zu berücksichtigen. Etwas was ich aber hier bewusst weggelassen habe, jedoch nach zwischen allen Schritten stehen müsste ist „Entscheiden“. Dies ist etwas, das mir in dieser Zeit bewusst wurde. Gestalten besteht hauptsächlich aus zwei sich wiederholenden Phasen: Machen und Entscheiden. Natürlich gehört auch das „Denken“ dazu. Dies ist jedoch in beiden Schritten vorhanen, und manchmal ist jegliche Abwesenheit von rationalen Gedanken auch sehr hilfreich.

Das „Machen“ beinhaltet alles, was vorher nicht da war und alles was zu einer sichtbaren Veränderung der Arbeit führt - Entwerfen, Ausbessern, Ausprobieren, Reinzeichnen etc. Oft ist es wichtig mit möglichst wenig genauen Absichten zu „Machen“ - etwas, das mir sehr schwer fällt, da ich immer allem gleichzeitig gerecht werden will. Es gehört ein gewisser Mut dazu etwas auszuprobieren, das den Rahmen sprengt (manchmal in einem sehr bildlichen Sinn). Es erfordert eine gewisse „just-do-it-Mentalität“, Dinge aunzupacken, deren Resultat noch nicht einmal im Kopf exisitiert. 

Das Entscheiden seinerseits erfordert es jeweils eine Teilmenge des Gemachten auszuwählen. Dies geschieht jeweils anhand von unterschiedlichen Kriterien. Zwei Hauptkriterien sind die Dienlichkeit für den Zweick, sowie persönliche Vorlieben. 

Das Gestalten besteht also aus verschiedenen Wiederholungen vom Schaffen von Vorschlägen und dem Treffen einer Auswahl, mit der die nächsten Vorschläge gemacht werden. Ich habe gemerkt, dass es für den gestalterischen Prozess genau so hinderlich sein kann keine Entscheidungen zu treffen, wie keine Vorschläge zu haben. 

Ist die auszeichnende Fähigkeit nun das Treffen der richtigen entscheidung? Wahrscheinlich nicht.  Das Treffen von Entscheidungen ist zwar essentiell, jedoch kann es nur soviel bewirken, wie die Qualität der Vorschläge es zulässt. Schlussendlich ist das Gestalten immernoch ein komplexer Prozess, der viele Faktoren beinhaltet und auf Erfahrungen, Wissen und Gefühlen beruht. Jedoch habe ich gemerkt, dass es immer wieder hilfreich ist sich das Prinzip vom Machen und vom Entscheiden in Erinnerung zu rufen. Vorallem dann, wenn man das Bild vor lauter Striche nicht mehr sieht.

Dies ist natürlich nicht immer ganz so einfach. Im Kopf entstehen sehr schnell Ideen. Diese dann auf Papier resp. auf den Bildschrim zu bringen ist etwas anderes.

Um doch noch etwas von der eigentlichen Arbeit zu zeigen, habe ich zu den einzelnen Schritten jeweils ein Bildschrimausschnitt gewählt und kurz beschrieben.

Dies ist ein Ausschnitt aus der Recherche. Ich habe die einzelnen Bilder nach grafischen Kriterien wie Farbe, Formen und Räumlichkeit geordnet.

Dies sind verschiedene Entwürfe und Konzepte, wie die Icon Familie einwickelt werden könnte.

Bei der oberen Hälfte geht es um verschiedene grafische Stile/ Möglichkeiten die Ions zu verändern.

Unten sind Varianten zu sehen, die Themen der Issues darzustellen.

Dies sind verschiedene Möglichkeiten zur Ausarbeitung der einzelnen Ions.

Dies sind Entwürfe der Illustrationen.

Dies sind verschiedene Farbpaletten für die Hintergrundfarbe der Coverbilder.

Die fertigen Ions sowie Illustrationen resp. die Interviews werden ab Anfang November im Wochentakt veröffentlicht.

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